Der Ackerboden - ein Blick in die Unterbodenwelten I

Auf dem Bild ist die Bodenstation Unterbodenwelten I. Diese ist Bestandteil der Bodenroute der Mülheimer Bodenschätze.

Von dem Boden unter unseren Füßen, kennen wir meist nur die Oberfläche.

An der Mendener Höhe können Sie jetzt mehr entdecken. In einer etwa ein Meter tiefen Aufgrabung wurde der Boden dauerhaft sichtbar gemacht. Zu sehen ist dort ein Bodenprofil, das ist ein senkrechter Anschnitt des Bodens. Das Bodenprofil eröffnet den Blick auf einen braunen Boden mit mehreren Schichten. Diese haben sich Zentimenter für Zentimeter in vielen tausend Jahren entwickelt. Dies ist ein besonders wertvoller und fruchtbarer Boden, weil er Wasser, Sauerstoff gut speichert und viele Nährstoffe enthält. Dass an dieser Stelle früher ein Acker war, erkennen Sie an dem sogenannten Pflughorizont. Der dunkle humose obere Teil des Anschnittes ist scharf gegen einen unterlagernden gelb-braunen Übergangshorizont abgegrenzt. Diese Grenze wird als Pflugsohle bezeichnet, da der Landwirt bis in diese Tiefe den Boden gepflügt hat. Tiefer unten im Anschnitt finden sich große Kiesel (Flussschotter einer älteren Terrasse der Ruhr), die anzeigen, dass hier auf der Höhe vor etwa einer Million Jahren die Ruhr entlang floss. Rostfarbene Flecken im Anschnitt sind ein Hinweis dafür, dass sich an manchen Stellen Wasser stauen kann. Hier ist der Boden verdichtet.   Das Bild zeigt eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, die mit Mais bebaut ist. Der Mais wird abgeerntet.

Wieso fruchtbare Böden Schutz brauchen!

Böden sind eine wichtige Grundlage der menschlichen Existenz und ihrer Gesellschaften. Die weltweit verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche ist begrenzt. Etwa elf Prozent der Böden der Erde können landwirtschaftlich genutzt werden. Auf Grund von Versalzung, Erosion und Wüstenbildung und Überbauung nimmt diese Fläche täglich ab. Zeitgleich wächst die Weltbevölkerung stark an, um etwa 80 Millionen Menschen jährlich. Mehr als sieben Milliarden Menschen leben seit Oktober 2011 auf der Erde. 

Bodenschutz geht mich nichts an?

Von wegen, denn wir benötigen nicht weniger, sondern mehr gesunde und ertragreiche Böden! Seit vielen tausend Jahren bauen Menschen auf fruchtbaren Böden Nahrungs- und Futtermittel wie Getreide, Gemüse und Obst an. Seit einigen Jahren werden auch zunehmend Pflanzen wie Mais, Raps und Futterrüben angebaut, um aus Ihnen Energie zu gewinnen. Die Ernährungsgewohnheiten in den westlichen Industrienationen haben sich stark verändert. Unsere Vorfahren ernährten sich noch überwiegend vegetarisch. Sie benötigten daher etwa ein Zehntel der Anbaufläche für Nahrungsmittel pro Person verglichen mit einem heutigen Fleischkonsumenten.

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