Der Waldboden - ein Blick in das verborgene Leben der Unterbodenwelten

Waldbodenstation der Bodenroute der Mülheimer Bodenschätze abgebildet - In einem Waldstück im Witthaus Busch

Lebensraum Boden

Wenn Sie dem Höhenweg in den Witthausbusch hinein folgen, dann treffen Sie an einer Hangflanke auf einen Bodenanschnitt. Hinter einer Tür im oberen Teil des Bodenprofils verbirgt sich ein dunkler Oberboden. In der Auflage sind teilweise zersetzte Pflanzenreste zu erkennen. Mit ein wenig Glück sind größere Bodentiere wie Würmer, Asseln, Schnecken und mehr einen Augenblick sichtbar, dann verschwinden sie aber schnell im Dunklen. Der Oberboden ist Lebensraum unzähliger Bodenbewohner. Die meisten davon sind mikroskopisch klein. Im unteren Teil des Bodenprofils können neugierige Besucher den typisch gelb-braunen Unterboden finden, der sich hier aus den fruchtbaren Lösslehmen entwickelt hat. Regenwürmer können sich bis in diesen Unterboden vorarbeiten. Sie lockern und vermischen so Minerale und Humus und sorgen für wasserleitende Poren. Hier im Witthausbusch hat dieser besonders nährstoffreiche und fruchtbare Boden seine natürliche Buchenwaldvegetation erhalten.

Das Bild zeigt die Aufnahme einer Raubmilbe im Boden

Es riecht nach Waldboden

Was da eigentlich riecht sind Bodenbakterien und Bodenpilze. Sie bilden Lebensgemeinschaften mit Pflanzen und versorgen diese mit gelösten Nähstoffen aus dem Boden. Im Gegenzug profitieren sie von den Stoffwechselprodukten der Pflanzen aus der Photosynthese. Manche Bakterien produzieren dabei einen Stoff (Geosmine), der den würzigen Erdgeruch ausmacht.

Wohin mit dem ganzen Abfall

Weit mehr Lebewesen existieren im Boden als auf dem Boden, der überwiegende Teil davon in den obersten 30 cm. Dies sind Bakterien, Pilze, Milben, Asseln, Springschwänze, Insektenlarven, Würmer, Maulwürfe, Mäuse und viele mehr. Diese Bodenbewohner sind Bestandteil stark verflochtener Lebensgemeinschaften. Sie zerkleinern und zersetzen abgestorbene Pflanzen und Lebewesen bis hin zu ihren anorganischen Grundstoffen und sie wandeln Streu in Humusstoffe. Diese Lebewesen sind eng an ihre Umgebung angepasst.

Bodelebewesen

Bodenlebewesen bauen organische Substanzen im Boden ab und um. Sie gewinnen dabei Energie und Baustoffe zum Wachstum. Bodenlebewesen durchmischen den Boden und fördern so die Bodenstruktur.   Die Rollassel ist ein Bodenlebewesen. Sie zählt zu den Zerkleinerern im Boden.

Rollassel und Kellerassel

Asseln sind etwa 1 cm groß. Mit ihren 14 Beinen gehören sie  zu den Krebstieren sogar zur Klasse der höheren Krebse wie auch Garnelen oder Krabben. Im Boden leben sie vor allem im Laub oder altem Holz, von dem sie sich ernähren. Als Zersetzer von groben Materialien haben Sie eine äußerst wichtige Funktion. Häufigste Asselarten sind Keller- und Mauerassel. Wer eine Assel findet, die sich in der Hand einrollt, hat eine Rollassel entdeckt.   Bakterien und Pilze leben in großer Anzahl und Vielfalt im Boden.

Bakterien und Pilze

Mikroorganismen im Boden sind ungeheuer wichtig, da sie kleinste organische Materialien abbauen und die Nährstoffe daraus für die Pflanzen verfügbar machen und außerdem Nahrung für winzige Tiere sind. Bakterien sind mit einer Größenordnungvon 1 µm (Mikrometer = 1 millionstel Meter) die winzigsten Organismen im Boden und mit ihrer Größe meist nur mit einem guten Mikroskop zu erkennen. In nur einem Gramm Boden leben über 100 Millionen Bakterien, darunter tausende verschiedene Arten. Nur die allerwenigsten Pilze treten in Form der bekannten Ständerpilze auf. Zahllose mikroskopisch kleine Pilzfäden durchziehen den Boden. Manche von ihnen leben in enger Gemeinschaft mit Pflanzen zusammen und liefern ihnen Nährstoffe. Dafür spendet die Pflanze Zuckerverbindungen, die sie in ihren Blättern aufgebaut hat.   Der Springschwanz ist ein Bodenlebewesen.

Springschwanz

Diese 1 bis 2 mm langen Tiere mit dem lustigen Namen zählen mit ihren sechs Beinen zu den Insekten. Im Laub leben auf 1 m² Waldboden gut 50.000 dieser Tiere, darunter zahlreiche verschiedene Arten von Springschwänzen. Die Allesfresser besitzen zwar keine Flügel, aber einen besonders guten Sprungapparat, mit dem sich sich wie mit einem Katapult fortbewegen. Das kann man beobachten, wenn man eine Handvoll Laub aufhebt und genau hinsieht.   Erdkröten sind in der Dämmerung aktiv. Tagsüber ruhen sie unter Laub, Totholz oder Steinen.

Kompost

Kompostieren im eigenen Garten lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Denn damit können wir nicht nur umweltfreundlich und kostenlos unseren Biomüll entsorgen, sondern uns dazu noch fruchtbaren Gartendünger selber herstellen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Kompostierung: vom einfachen Komposthaufen bis zum professionellen Kompostbehälter. Für die haushaltsüblichen Mengen muss es jedoch nicht gerade der teuerste Kompostbehälter aus dem Fachmarkt sein. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich leicht eine einfache Lattenkonstruktion selber bauen, die ihren Zweck ebenfalls bestens erfüllt.   Wichtig ist eine gute Mischung der biologischen Abfälle aus verschiedenen Haushalts- und Gartenabfällen, sodass der Kompost weder zu trocken noch zu feucht ist. In den Kompost gehören Haushaltsabfälle wie Gemüse-, Obst-, und sonstige Speisereste, Tee- und Kaffeesatz, Eierschalen und Haustierstreu, gut kompostierbare Gartenabfälle sind Laub und Pflanzenreste – Gehölzschnitt und Stauden allerdings nur in geringer Menge und gut zerkleinert. Ganz nebenbei schaffen wir durch das Anlegen eines Komposts in unserem Garten einen wertvollen Lebensraum für viele Tiere und können einen wichtigen Baustein der Nahrungskette vor unserer Tür beobachten, nämlich den Abbau von organischem Material und die Humusbildung. Erdkröten sind in der Dämmerung aktiv. Tagüber ruhen sie unter Laub, Totholz oder Steinen.Solche Abbauprozesse sind in der Natur sehr wichtig. Würden die abgefallenen Blätter und Äste im Wald nicht abgebaut, lebten wir schon nach wenigen Jahren unter einem riesigen Blätter- und Holzhaufen. Zum Glück befinden sich unzählige Organismen wie Bakterien, Pilze und Kleintiere wie Würmer, Tausendfüßler, Asseln und Insekten in nur einer Handvoll Oberboden – mehr als es Menschen auf der Erde gibt –. Sie wandeln das tote organische Material in fruchtbaren Humus um. Dabei wird unser Abfall in seine Einzelbausteine wie Mineralien und Kohlenhydrate zerlegt und diese so für den erneuten Einbau in wachsende Pflanzen verfügbar gemacht. In unserem Komposthaufen im Garten leben jedoch nicht nur die direkten Verwerter des toten Pflanzenmaterials. Auch Amphibien, Reptilien und Igel nutzen gerne die durch die Verwesung hier entstehende Wärme und das reichhaltige Nahrungsangebot.

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