o. T.

Wandgestaltung
Künstler: 

Ein Reliefband mit verschiedenen Gestaltungsformen bildet die Gestaltung dieser Außenmauer. Durch die unterschiedlichen Höhen der aus der Wand herausragenden Formen ergibt sich ein mit den Tageszeiten und dem Tageslicht wechselndes Licht- und Schattenspiel.

Die im Jahr 2011 aufgebrachte blaue Farbe ist nicht urheberrechtskonform. 

Stadtteil: 
Styrum
Standort: 
An einer Innenwand des Naturbads Styrum, Friesenstr. 101, 45476 Mülheim an der Ruhr
Status: 
bedingt zugänglich
Jahr: 
1979
Material und Technik: 
Beton
Literatur
  • Neue Ruhr Zeitung, 27. 04. 1979.
  • Illustrierter Stadtspiegel - Mülheim an der Ruhr, Juni 1979, Jg. 13, Nr. 6, S. 22.
Werkbeschreibung: 

"Und wenn man lebt, dann geht es nicht ohne Kunst".
Durchforscht man das künstlerische Schaffen von
Friedebert Reihl in Bezug auf die Gesamtheit seines ent-
standenen Werkes, begegnet dem Betrachter auf dem
ersten Blick ein sehr unterschiedliches und weit gefä-
chertes Spektrum. Neben den Skulpturen und den
Objekten stehen gleichbedeutend die Zeichnungen und
das malerischen Werk ebenso wie Aktionen und
Performances und nicht zuletzt der kreative Akt des
künstlerischen Vermittelns und des Initiierens von krea-
tivem Tun bei anderen. Dennoch zieht sich ein roter
Faden durch das Werk von Friedebert Reihl und bindet so
die vermeintlich unterschiedlichen Aspekte zu einem
ganzheitlichen Gedanken. Dieses Thema, das die künst-
lerische Arbeit von Reihl bestimmt, ist die Beschäftigung
mit Raum-Zeichen und zwar in einer zweifachen Diktion.
Reihl findet Zeichen und er setzt Zeichen.

Zeichen unterschiedlicher Art treten immer wieder in
komplexen Formen in Reihls Arbeiten hervor. In den
Zeichnungen und Gouachen scheinen sie verschlüsselte
Geschichten zu erzählen, in den Objekten werden sie,
ausgeschnitten aus Zinkblech oder aus Holz geschnitten,
zu Körpern, und in den Skulpturen werden sie zu
Zeichen, die die Natur und den Raum um sie herum neu
positionieren. Dabei wirken diese Zeichen weniger als
zweidimensionale Abkürzungen einer abstrakten
Symbolsprache, sondern die Zeichen, die Friedebert
Reihl in seinen Arbeiten entstehen lässt, scheinen
Konzentrierungen räumlicher Körper zu sein. Nicht die
Form in ihrer Abstraktion steht im Vordergrund, sondern
der Raum, in dem sich die Körper befinden. Reihls
Zeichen sind dreidimensional zu verstehen, so als ob ein
Körper, eine Gestalt oder ein Objekt im Raum einen
Schatten geworfen hätte, aus dessen Umrissen man wie-
der jenen Körper und seine Gestalt rekonstruieren könn-
te. Diese besondere Qualität der Formen ermöglicht es,
sie in ein Spannungsverhältnis zum umgebenden Raum
zu bringen.

Die Zeichen, mit denen er dann wiederum Raum besetzt
und die er mit der Umgebung in Korrespondenz bringt,
muten wie die Zeichen einer kollektiven Erinnerung an,
die uns vertraut und 'gleichzeitig fremd ist, so als wür-
den durch diese Zeichen wiederum Zeichen in uns selbst
berührt, die wir in uns tragen, die aber nicht mit den
Zeichen identisch sind, die wir wahrnehmen. Die Raum-
Zeichen, die wir in den Arbeiten von Reihl finden und die
Zeichen seiner eigenen Befindlichkeit sind, ermöglichen
einen Dialog mit den Formen unserer Vorstellung. Die
Formchiffren, die Reihl in seinen Arbeiten verwendet,

 

FRiedebert Reihl

sind in künstlerischer Weise mehr gefunden denn erfun-
den. Sie sind dem Künstler in unterschiedlichen Räumen
und Orten, die er durchwandert, begegnet. In diesem
Sinne geht Friedebert Reihl auf die Suche nach diesen
Zeichen, die sein Erinnern auslösen und die er dann ganz
individuell konkretisiert. Die Räume seiner Suche sind
sowohl bezogen auf große geografische Dimensionen -
dann wenn er von Ost nach West und von Süd nach Nord
ein Kreuz über das Ruhrgebiet schlägt oder wenn der
Blick sich auf ferne Länder und fremde Kulturen konzen-
triert - ebenso wie sich die Suche in die Nähe richtet,
auf Räume lokaler Struktur. Nicht zuletzt findet Reihl
Zeichen in dem Raum, der ihm stets präsent ist, der
innere Raum der eigenen Person, in dem letztlich jedes
dieser Zeichen verankert ist. Räume voller Zeichen und
Symbole, die Reihl durchstreift und nach Bildern durch-
forscht. Der innere Raum, die offene Weite der Welt und
die unbekannten Regionen im anderen, das sind die
Quellen, aus denen Reihls Bildsprache sich speist.

Gabriele Uelsberg

Kontakt zur Besichtigung vor Ort: 

zu den Öffnungszeiten des Naturbades - nur nach Absprache und Voranmeldung (oder im Rahmen eines regulären Besuchs im Naturbad):

http://naturbad-muelheim.de/

Kontakt

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr/Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Mülheim an der Ruhr
Barbara Walter
Telefon 0208 - 455 41 05
E-Mail: Barbara.Walter@muelheim-ruhr.de
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