Schloßbrücke; Heinrich Adolfs: Lebensfreude (1963)

Titel des Kunstwerks: 
Lebensfreude
Künstler: Heinrich Adolfs
Adresse: 
Schloßbrücke
Standort: 
Schloßbrücke
Lage: 
außen
Zugänglichkeit: 
frei zugänglich
Material: 
Bronze
Jahr: 
1963

Die Bronzeplastik „Lebensfreude“, von den Mülheimern liebevoll „Die drei Grazien“ genannt, wurde 1963 von Heinrich Adolfs auf die Initiative des damaligen Bürgermeisters zur Verschönerung der Schlossbrücke angefertigt. Der Eigentümer ist die Stadt Mülheim.

Heinrich Adolfs wurde 1901 in Krefeld geboren. Er studierte Bildhauerei in Krefeld an der Kunstgewerbeschule und später an der Folkwang Hochschule in Essen bei Joseph Enseling, dessen Assistent er von 1931 bis 1933 war. Ab 1933 war er dann freischaffend tätig, hatte aber unter der nationalsozialistischen Diktatur Ausstellungsverbot. Ab ca. 1947 erhielt vermehrt öffentliche Aufträge. Weitere Werke des Künstlers sind auch heute noch im öffentlichen Raum einiger Ruhrgebietsstädte zu finden, so steht beispielsweise eine als „Nixe“ bezeichnete Bronzeplastik an einem Teich im Park von Schloß Berge in Gelsenkirchen.

Die Mülheimer Skulptur „Lebensfreude“ ist ungefähr drei Meter hoch und fünf Meter breit. Sie zeigt drei Mädchen, deren Röcke jeweils an Bug eines Schiffes erinnern. Sie stehen nebeneinander auf einem ca. 1,20 m hohen Sockel, so dass wir als Betrachter direkt davor stehend die Plastik gar nicht komplett erfassen können. Der ideale Betracherstandpunkt liegt also etwas entfernt, beispielsweise auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Das gesamte Kunstwerk ist auf eine Fernsicht hin konzipiert.
Das rechte der drei Mädchen hält einen Wimpel, auf dem zwei angedeutete Möwen zu sehen sind, die als Löcher dargestellt sind. Diese Löcher geben den Blick frei auf die Ruhr.
Die Plastik ist für jeden frei zugänglich und steht auf der Schlossbrücke in der Nähe des Theaters, sodass man meinen könnte, sie gehöre zu diesem dazu. Sie ist eines der bekannteste Kunstwerk im öffentlichen Raum in Mülheim, sodass sie auch auf vielen Postkarten zu sehen ist und allgemein als „Wahrzeichen“ dieser Stadt gilt. Die Mädchen verkörpern die Stadt an der Ruhr, das Wasser, den Fluss und die Schiffe, und im allgemeinen auch die Freiheit und das Majestätische. Sie haben jeweils einen Arm auf die Schulter der anderen gelegt so als tanzten sie einen Reigen. Durch die Körperhaltung ergibt sich dann auch ein offensichtlicher Bezug zu dem eigentlichen Titel „Lebensfreude“. Die drei Figuren als „Grazien“ zu bezeichnen, ist auch sehr passend, da sie sehr damenhaft, voll Anmut und graziös auf der Brücke stehen.
Oft steigen Passanten auf den Sockel und stellen sich neben das linke Mädchen, um ein Andenkenfoto zu machen. Ich vermute, dass diese Skulptur die am häufigsten fotografierte in ganz Mülheim ist.
Trotz diverser Verschmutzungen wie z. B. dem Graffiti auf dem Steinsockel und Patina durch die Abgase der Autos, stehen die „Drei Grazien“ wohl auch noch die nächsten Jahre als fahnenschwingendes Erkennungszeichen unserer Stadt am Fluss.

Diese Internetseite entstand im Rahmen eines Projektes der Young Art Experts-AG des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr, Text: Hannah Mo., YAE

Kontakt

Telefon 0208 - 455 41 71, E-Mail: kunstmuseum@muelheim-ruhr.de

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