Zwischen den Zeilen

Künstler: 

Maße: 0,75 x 2,94 x 0,10 m (Wand), 0,28 x 2,58 x 1,35 m (Boden)

Eine hellgrau gestrichene Betonwand trägt eine schmale Bronzetafel. Die Bronzetafel hat sowohl am oberen, wie auch am unteren Rand Aussparungen. Die Aussparungen sich optisch und sind als Buchstaben zu lesen. Sie ergeben von links nach rechts gelesen die Worte: ZWISCHEN DEN ZEILEN. Am Sockel der Betonwand liegen übereinander einzelne Buchstaben. Beim genauen Betrachten sind alle Buchstaben vorhanden, die zu den Worten ZWISCHEN DEN ZEILEN zusammengefügt werden können.

Nach Veränderungen am Gebäude und der es umgebenden Freifläche ist die Skulptur nun nur noch eingeschränkt sichtbar.

Stadtteil: 
Styrum
Standort: 
vor dem Seiteneingang der Willy-Brandt-Schule/ zugleich Eingang zur Stadtteil-Bibliothek, Oberhausener Str. 208, 45476 Mülheim an der Ruhr
Status: 
frei zugänglich
Jahr: 
1988
Material und Technik: 
Beton
Bronze (Schriftzug und Buchstaben)
Literatur
  • Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 17. 12. 2003
Werkbeschreibung: 

Bei der beschränkten Wettbewerbsausschreibung für das Kunstwerk ist den Teilnehmern der Platz für die zu gestaltende Arbeit angegeben worden. Sowohl die Schule als auch die Stadtteilbücherei waren vorhanden.

Timm Ulrichs nimmt mit seiner Skulptur auf den Standort Bezug. Lesen ist eine der wichtigsten Kulturtechniken unserer Gesellschaft. Diese basiert auf dem lateinischen Alphabet. Der Betrachter muss für sich den Bezug zwischen den ausgeschnittenen Lücken der Bronzetafel und den davor liegenden Einzelbuchstaben ziehen.

Sobald er den Text entschlüsselt hat: „Zwischen den Zeilen“, kann er eine deutsche Metapher bilden: Zwischen den Zeilen lesen. Der Wortsinn des eigentlichen Textes wird evtl. schon vom Verfasser so geschrieben, dass der Lesende die Worte einerseits liest und im Wortsinn versteht, andererseits bemerkt, dass ein weiterer Inhalt gemeint sein kann, der aber nicht geschrieben sondern nur gemeint ist.

Die Skulptur verdeutlicht die Besonderheit dieser Metapher sehr sinnlich, da die Fläche zwischen oberen Buchstabenhälften und den unteren eine große leere Fläche zeigt, die eigentlich leer zwischen den Buchstabenzeilen steht. Aber der Betrachter kann die Leere mit seiner Interpretation und seinem Wissen füllen. Wenn man so will, kann man diese Skulptur auch didaktisch verstehen. Wenn der Betrachter den Sinn der Skulptur nicht nachvollziehen kann, bietet es sich an, entweder verstärkt in der Schule aufzupassen oder sich in der Bücherei mehr Wissen anzueignen. Der Ortsbezug ist von Timm Ulrichs direkt mit einbezogen. Der Umgang mit Sprache, der ein großes Thema für die Kunst Timm Ulrichs ist, wird unmittelbar vor Augen geführt. Allerdings muss der Betrachter auch „lesen“ können. Auch oder gerade zwischen den Zeilen. " (GR)

Kunstpatenschaft vergeben an: FB Kunst der Willy-Brandt-Schule

Kontakt

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr/Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Mülheim an der Ruhr
Barbara Walter
Telefon 0208 - 455 41 05
E-Mail: Barbara.Walter@muelheim-ruhr.de
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