Stadtansichten aus Mülheim an der Ruhr

Holzintarsien
Künstler: 

Im zweiten Obergeschoss des städtischen Gesundheitsamtes zeigen Intarsienarbeiten auf den Türen zum Aufenthaltsraum Mülheimer Stadtansichten. Die Ausführung nach Entwürfen von Daniel Traub übernahm der Oberhausener Tischler Bernd Hartl. Die einzelnen Holzarten für die Furnierelemente hatte Traub im Entwurf bereits festgelegt.

Seit der Antike wird die Intarsie als besonders kunstvolle Dekorationstechnik angewandt. Unterschiedliche Hölzer werden auf einer Ebene bündig zu einem Muster oder Motiv zusammengefügt. Im 20. Jahrhundert entstanden im Rahmen von Kunst am Bau-Aufträgen vermehrt solche schmückenden Einlegearbeiten. Die in der Technik begründete Reduktion auf einzelne Flächen und geometrische Formen nimmt Traub als Herausforderung für seine künstlerische Gestaltung an.

Im oberen Drittel der Tür sind Ansichten bekannter Bauten aus Mülheim an der Ruhr zu finden. Auf der linken Tür im Vordergrund ein dreischaliger Brunnen, daneben sind im Mittelgrund die Stadthalle und der Rathausturm, im Hintergrund die Silhouette einer Industrieanlage erkennbar.

Die Darstellung auf dem rechten Türflügel ist etwas detaillierter: Im Mittelpunkt steht die evangelische Petrikirche in Cembrano-Holz, rechts daneben ein monumental wirkendender Baum. Stamm und Krone sind in dunklem Palisander dargestellt, kleine Dreiecke aus hellem Ahorn bilden die Früchte. Nach rechts wird das Bildfeld durch Büsche und einen Dampfturm abgeschlossen. Die linke Bildhälfte wird von der Kirche St. Mariae Geburt mit ihrer modernen, kubischen Architektur von Emil Fahrenkamp in einer Darstellung in ostindischem Palisander bestimmt. Über dieser Szene strahlt eine Sonne aus Eschenholz. Durch die horizontale Maserung des Holzes scheint sie hinter einem Band von Wolken zu liegen.

Diese collagierte, stilisierte städtische Idylle zeugt vom Stolz auf die historischen Gebäude der (Heimat-) Stadt. Zugleich wird die Industrie als identitätsgebend und als zugehörig zum Stadtbild dargestellt.

BW

Stadtteil: 
Innenstadt
Standort: 
2. OG, Gesundheitsamt, Heinrich-Melzer-Str. 3, 45468 Mülheim an der Ruhr
Status: 
bedingt zugänglich
Jahr: 
1963
Material und Technik: 
verschiedene Holzarten
Intarsien
Literatur
  • Schon die Maserung ergibt ein Bild, in: WAZ, 15.01.1963.
Kontakt zur Besichtigung vor Ort: 

Kontakt

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr/Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Mülheim an der Ruhr
Barbara Walter
Telefon 0208 - 455 41 05
E-Mail: Barbara.Walter@muelheim-ruhr.de
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