Bergische Wildpferde

Künstler: 
Spruch auf Mölmsch - eingesprochen von Franz Firla (Stellv.Baas van "Aul Ssaan")

Die Skulptur zeigt drei Pferde in vollem Lauf und erinnert an die letzten sogenannten "bergischen" Wildpferde in Mülheim an der Ruhr. Der Sockel trägt eine eingemeißelte Inschrift in Mülheimer Mundart (Mölmsch Platt): 

Di we-il Päd rannden fre-i öar tur Lus, dä Stricker ewer se fange ko-us,

Minsch do-u mags stohn im Berg off im Dal, wat de-i  sall träfe, dat krieg de-i överal.

 

Auf Hochdeutsch: 

Die wilden Pferde liefen sich frei zur Lust, der Stricker aber sie fangen konnte.

Mensch du magst stehen auf dem Berg oder im Tal, was dich treffen soll, das trifft dich überall.

Ende des 19. Jhs. soll es im Stadtgebiet noch frei herumlaufende Wildpferde gegeben haben. Die Bezeichnung als "bergisches" Pferd geht auf den Graf von Berg zurück, der seit dem 12. Jahrhundert die Oberherrschaft über dieses Gebiet hatte. 

In der Vergangengheit wurde die Wildpferdegruppe fälschlicherweise dem Bildhauer Willy Deus zugeschrieben.
 

Stadtteil: 
Saarn
Standort: 
Stallmannshof, 45481 Mülheim an der Ruhr
Status: 
frei zugänglich
Jahr: 
1926
Material und Technik: 
Fränkischer Muschelkalk
gehauen
Höhe: 
Skulptur: 1,60 m; Sockel: 1,00 m
Breite: 
Skulptur: 1,50 m; Sockel: 1,16 m
Tiefe: 
Skulptur: 1,16 m; Sockel: 1,50 m
Literatur
  • Arnold Künne, in: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 22, Leipzig 1928.
  • Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 12. 02. 1966.
  • Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 01. 07. 1966.
  • Ruhr Nachrichten, 18. 08. 1966.
  • Neue Ruhr Zeitung, 19. 08. 1966.
  • Mülheimer Jahrbuch 1967, Mülheim an der Ruhr 1966, S. 139f (mit Abb.).
  • Neue Ruhr Zeitung, 18. 04. 198.
  • Illustrierter Stadtspiegel - Mülheim an der Ruhr, Juli 1984, Jg. 18, Nr. 7, S. 15.
  • Illustrierter Stadtspiegel - Mülheim an der Ruhr, Dez. 1984, Jg. 18, Nr. 12, S. 11.
  • Mülheimer Jahrbuch 1987, Mülheim an der Ruhr, 1986, darin: Renate Sommer, eine Königin ist auch dabei. Spaziergang zu Mülheimer Denkmälern, hier: Künne, S. 117.
  • Neue Ruhr Zeitung, 06. 09. 2003.
  • Roepstorff, Jens: ZEITZEICHEN 9. Dezember 1814: Letzte Wildpferdejagd im Speldorfer Wald, https://www.muelheim-ruhr.de/cms/index.php?action=auswahl&fuid=b435b4c20bb99c6957bf27d599f2437c (Abruf: 28.08.2019).
  • Vollmer, Dennis: Saarner Kunstwerk "Wildfpferde" lebt wieder auf, in: WAZ, https://www.waz.de/staedte/muelheim/saarner-kunstwerk-wildpferde-lebt-wieder-auf-id216010307.html (Abruf: 28.08.2019).
Werkbeschreibung: 

Die Saarnberg-Siedlung war als so genannte „Beamten-Siedlung“ in den ersten Jahren nach dem Ende des Ersten Weltkrieges durch die im Jahre 1918 gegründete Mülheimer Wohnstätten AG nach Plänen der Architekten Pfeifer und Großmann errichtet worden. Schon Eintragungen im Adressbuch des Jahres 1921 belegen, dass die ersten Häuser der Siedlung bewohnt sind; die Bewohner sind zudem als Eigentümer ausgewiesen.

Diese Architektengemeinschaft hatte sich auch am Wettbewerb zur Errichtung des Mülheimer Rathauses beteiligt und dafür schließlich auch den Zuschlag erhalten. 1918 errichtete das Architektenteam ein gemeinsames Büro in der Schloßstraße 25, und blieb unserer Stadt danach in besonderer Weise verbunden. So wurde nach ihren Plänen – neben vielen anderen, auch heute noch das Bild unserer Stadt prägenden Gebäuden - auch die Saarnberg-Siedlung errichtet.

In einer Notiz über ein am 27.11.1924 geführtes Gespräch „betreffend Ausbildung des freien Platzes am Stallmannshof der Saarnberg-Siedlung“ ist festgehalten, dass der Geschichtsverein schon im Jahre 1922 eine „Ausschmückung obigen Platzes durch einen Brunnen zur Sprache gebracht“ habe.

Als in der ersten August-Hälfte des Jahres 1966 das Denkmal auf dem vorhandenen Platz ein wenig umgesetzt wurde, kam eine im Sockel eingelassene Flasche zum Vorschein. Da sie nicht wieder in den Sockel eingelassen werden konnte, wurde sie zunächst verwahrt und später dem Stadtarchiv [Anmerkung: Das Stadtarchiv wurde erst 1972 gegründet!] zur Aufbewahrung überlassen.

In dieser Flasche verbarg sich eine Urkunde mit folgendem Wortlaut:

„Urkunde

Einer Anregung des hiesigen Geschichtsvereins folgend, entschloss sich die Mülheimer Wohnstätten Aktien Gesellschaft, auf dem Platz am Stallmannshof ein Denkmal zu errichten. Dasselbe soll ein Stück Heimatgeschichte darstellen und zwar soll es an die wilden Pferde erinnern, die noch im Jahr 1830 hier frei herumliefen.

Die wilden Pferde wurden mittels eines Strickes, an dessen einem Ende sich eine Schleife befand, gefangen. Den Mann, der diesen Strick handhabte, nannte man Stricker.

Der Spruch auf dem Sockel des Denkmals ist in plattdeutscher Mundart geschrieben und lautet in hochdeutsch:

Die wilden Pferde liefen sich frei zur Lust, der Stricker sie fangen konnte.
Mensch, du magst stehen auf dem Berg oder im Tal,
was dich treffen soll, das trifft dich überall.

Der Entwurf des Denkmals stammt von dem Bildhauer Arnold Künne, Berlin, und den Architekten Pfeifer und Grossmann, Mülheim-Ruhr. Die Ausführung ist von der Firma Johann Michael Waldmann in Rothenburg ob der Tauber.

Die Aufstellung des Denkmals geschah in der Zeit vom 27. Mai bis 2. Juni 1926.

Die Mülheimer Wohnstätten Aktien Gesellschaft, in deren Auftrag das Denkmal aufgestellt wird, ist eine gemeinnützige Baugesellschaft und wurde im Jahre 1918 gegründet. Dieselbe errichtete auf dem sogenannten Saarnberge eine Gartenvorstadt, in der zur Zeit der Aufstellung des Denkmals 150 Familien in 92 Einfamilienhäusern, 9 Zwei- und 10 Vierfamilienhäusern wohnten.

Mülheim an der Ruhr, den 31.Mai 1926             

Der Vorstand der Mülheimer Wohnstätten
Aktien Gesellschaft
Gez. Heinrich Gröschner
Gez. Gustav Nonnenberg“

Verschiedentlich wird berichtet, dass die letzte Wildpferde-Jagd am 9. Dezember 1814 stattgefunden habe. Mit 1.200 Treibern aus Mülheim, je 500 Treibern aus Duisburg und Ratingen sowie 200 Männern aus Angermund, wo der seit dem Jahr 1654 an der Spitze der Gestütsverwaltung stehende Graf von Spee auf „Schloß Heltorf“ seinen Sitz hatte, wurden die Pferde in dem 30 km Umfang messenden Kreis immer mehr in die Mitte getrieben. 256 Pferde wurden dabei in ein zuvor gefertigtes „Siel“ getrieben. Nun war es Aufgabe der „Stricker“, die Pferde mittels ihres Strickes einzufangen und ihnen ein Halfter umzulegen.

Von der letzten Jagd wird berichtet, dass der Polizeivogt Baasel aus Angermund beauftragt worden war, mit seinen Offizieren und Mannschaften dafür zu sorgen, dass den Treibern kein Schnaps verabreicht wurde. Hatten sie sich doch bei den letzten Jagden durch Schnaps dermaßen berauscht, dass sie oft niederlagen und zum Jagen der Pferde nicht fähig waren.

Die so gefangenen Pferde wurden in die Stallungen des Schlosses Pempelfort in Düsseldorf verbracht und dort an die Interessenten verkauft. Das „bergische Pferd“ hatte einen ausgezeichneten Ruf und war nicht nur in deutschen Landen sehr geschätzt. Auch Napoleon hat sich dieser Pferde bedient, weil er von ihnen sehr angetan war.

Gelegentlich hatten sich die „Stricker“ auch auf Bäumen aufgehalten, hatten dort ihre Stricke den unter ihnen durchlaufenden Pferden um den Hals geworfen und sie so mit dem am Baum befestigten anderen Ende des Strickes gefangen.

Bei Spaziergängen hatten Mitglieder des Stammtisches „Aul Ssaan“ den Eindruck, dass dieses Denkmal erheblich „in die Jahre gekommen ist“ und dringend einer Restaurierung bedarf.

Bei einem von ihnen am 14. September 2017 im Haus der Stadtgeschichte durchgeführten Mundartabend, bei dem in besonderer Weise an den 50 Jahre zuvor verstorbenen Mölmsch-Platt-Poeten Chird (Gerhard) Hardering erinnert wurde, konnten Spenden von 410 € für die Restaurierung dieses Denkmals eingeworben werden. Mit diesem ersten Ansatz konnte der Geschichtsverein gewonnen werden, sich angesichts seiner für den „Denkmalschutz“ attestierten Gemeinnützigkeit ebenfalls für diese Restaurierung einzusetzen. Der Geschichtsverein trat gerne diesem Vorhaben bei, fühlt er sich doch wegen der einstmals von ihm angeregten Aufstellung dieses Denkmals diesem besonders verbunden.

Nach ersten Planungen, durchgeführt vom Stammtisch-Bruder Lothar Schaff und dem Steinmetzmeister Oliver Ganser, fand am 14.12.2018 ein Pressegespräch „vor Ort“ statt, an dem auch eine erfreulich große Anzahl von Anwohnerinnen und Anwohnern der Saarnberg-Siedlung teilnahm. Sie zeigten sich hocherfreut von diesem Vorhaben und trugen spontan zur Finanzierung bei.

Als dann Oliver Ganser mit ersten Arbeiten begann, war sofort eine erste Besserung des äußeren Erscheinungsbildes dieses Denkmals erkennbar.

Dank der Spenden des Stammtisches und seiner Mitglieder, der Anwohnerinnen und Anwohner und der Mitglieder des Geschichtsvereins, aber auch dank der Zuwendungen der Bezirksvertretung 3, des Saarner Bürgervereins, der Saarner Werbegemeinschaft und des Verkehrsvereins Mülheim an der Ruhr konnte die Restaurierung finanziert werden.

So kann erfreulicherweise festgehalten werden, dass diese gemeinsam von der Bürgerschaft bzw. von ihren Institutionen getragene Aufgabe einen erfreulichen Abschluss gefunden hat.

Nach Abschluss der Arbeiten ist für den Sommer 2019 die öffentlichkeitswirksame Übergabe dieses restaurierten Denkmals an die Stadt Mülheim an der Ruhr vorgesehen – Ausdruck eines guten Miteinanders in der Stadt Mülheim an der Ruhr, getragen vom Engagement zahlreicher Bürgerinnen und Bürger und Mülheimer Vereine und Institutionen.

Hinweisen möchte ich darauf, dass Karl August Varnhagen von Ense (1785 – 1858) in seinem Werk »Denkwürdigkeiten des eignen Lebens«, im Kapitel Brüssel, Aachen, Düsseldorf, den Bereich zwischen Duisburg und Mülheim als „Der Wald der wilden Pferde“ beschreibt und dabei die „einzigen in Deutschland noch vorhandenen wilden Pferde aus der germanischen Urzeit“ als „Spätlinge Germaniens“ bezeichnet.

Text: F. Wilhelm von Gehlen

 

Denkmal-Inschrift mit zweifelhaftem Inhalt

Eine Denkmal-Kritik mit satirischem Einschlag

 

Di we-il Päd rannden fre-i öar tur Lus, dä Stricker ewer se fange ko-us,

Minsch do-u mags stohn im Berg off im Dal, wat de-i  sall träfe, dat krieg de-i överal.

 

Hochdeutsch:

Die Wildpferde liefen frei zu ihrer Lust, der Stricker aber sie fangen konnte,

 Mensch du magst stehen im Berg oder Tal, was dich treffen soll, das kriegt dich überall.

 

Eine merkwürdige Stille umgibt diesen eingemeißelten Platt-Spruch am Wildpferde-Denkmal. Das liegt sicher einmal daran, dass nur noch wenige ihn lautlich und inhaltlich richtig erfassen, aber auch die Übertragung wird unkommentiert hingenommen, so als sei das Geschriebene das Selbstverständlichste von der Welt. Das Ganze kommt daher als eine dem Schicksal von Wildpferden abgeschaute Lebensweisheit, offenbart aber bei näherer Betrachtung seinen vielleicht ungewollten Zynismus.

Das menschengemachte Schicksal der Wildpferde, nämlich ihre Gefangenschaft und Zwangsarbeit, soll hier offenbar als Mahnung für Menschen dienen, ein ähnliches Schicksal erleiden zu können.

Nach diesem Verfahren könnte man als weißer Sklavenhändler aus der Sklaverei der Afrikaner den Rat ziehen, dass es jeden auf der Welt treffen kann, egal wo man sich aufhält. Man kann aber als Weißer weder ein schwarzer Sklave werden noch ein Wildpferd, das als Arbeitstier vom Menschen gefangen wird. Der abstruse Vergleich suggeriert eine für Tier und Mensch gleichermaßen geltende Naturgesetzlichkeit oder einen theologischen Determinismus des Handelns, was den Menschen aus seiner Verantwortung entlassen würde.

Wenn es für 1926 nicht so unwahrscheinlich wäre, könnte  man annehmen, der Schöpfer des Denkmalspruches sei vielleicht muslimischen Glaubens gewesen, denn in Sure 57 heißt es:

"Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne dass es in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es erschaffen – gewiss, dies ist Allah ein leichtes –, damit ihr nicht betrübt seid über das, was euch entgangen ist, und euch nicht (zu sehr) freut über das, was Er euch gegeben hat...".

Dazu habe ich folgende Geschichte entdeckt, op Hoachdütsch ergeswo opcheschnapp un in us Platt

öwerdraage:

Do kasse nicks maake

E-ines Daachs koam dä Doat noh en Ssaansche un ssaach: „Vandaach ös dinnen lääste Daach“. Dä Ssaansche ssaach: „Merr ick sin noh nee fäädich met dat Leewe“. Dän Doat ssaach: „ Vandaach ste-iht dinne Name äwwer  bowen op minne Liste“. Dä Ssaansche ssaach: „Nu jo, merr we-i twea künne secher noch en Köpken Koofe tessaame drinke?“ „Chemäcklich“, choaf dän Doat retour. Dä Ssaansche mackden Koofe un schmeet stickum en Schlooppille in dän Doat sin Köpke. Dä Knöökemann dronk dat Köpken uut un woar fix e‘chedörmelt. Dä Ssaansche nohm die Liste un lööschden sinnen Name vam Aanfang un ssatt en aan’t E-in van dä Liste. Nohdäm dat dä Sensekääl wackrig woad, ssaach he: „Dou hees me-i nett behaunelt. Ick wäd derweege vandaach minne Arbe-it am E-in vanne Liste aanfange!“

„Eines Tages kam der Tod vor einen Mann und sagte: Heute ist dein letzter Tag. Der Mann sagte: Aber ich bin noch nicht fertig. Der Tod sagte: Heute steht dein Name in meiner Liste an erster Stelle. Der Mann sagte: Na dann, bevor Sie gehen, können wir ja noch eine Tasse Kaffee zusammen trinken. Der Tod sagte: Natürlich. Der Mann bot dem Tod Kaffee an und er warf heimlich ein paar Schlaftabletten in den Kaffee. Der Tod trank den Kaffee und fiel in einen tiefen Schlaf. Der Mann nahm die Liste und löschte seinen Namen vom Anfang der Liste und schrieb seinen Namen an das Ende. Nachdem der Tod aufwachte, sagte er: „Du hast mich heute sehr gut und mitfühlend behandelt. Ich werde deswegen heute meine Arbeit mit dem Ende der Liste starten!“

Ja, da kann man nichts machen. Schaut man sich die Historie an, ist auch das „zu ihrer freien Lust“ nicht ganz korrekt. Sie waren eingehegt, immer wieder gefangen und registriert und zur Zucht verwendet worden. Ihre Nutzung durch die Obrigkeit war gang und gäbe, es war eben kein Naturschutz-Reservat, sondern ein Arbeitskräfte-Pool, ein biologischer Maschinenpark. Die Grenzen bildeten bewachsene Wälle, die Wallfriede, für deren Zustand die Anwohner zu sorgen hatten. Die Jagdrechte lagen ausschließlich bei den Adeligen oder Klöstern z.B. beim Kloster  Saarn. Verantwortlich gemacht für die Unfreiheit der Wildpferde wird in dem Spruch aber der Fänger. Diese Schuldzuweisung passt zu der ethischen Schieflage im Allgemeinen.

Vermutlich sind die eingemeißelten Zeilen eine Plattübertragung einer hochdeutschen Vorlage, die das Geschichtsbewusstsein der auch mit dem neuen Rathaus und anderen Bauten erblühten Ruhrstadt, repräsentieren wollte. Ursprünglich war ja nur an einen Brunnen an dieser Stelle gedacht.

Man findet durchaus auch andere Städte, die sich um diese Zeit einem verspäteten Tierschutz (Grubenpferde?) verpflichtet fühlten. Die Stadt Wanne-Eickel z.B. nimmt ebenfalls im Jahre 1926 plötzlich Wildpferde in ihr Wappen auf: „Als 1926 für die neu gebildete Stadt Wanne-Eickel ein Wappen gestaltet wurde, war die Erinnerung an die wilden Pferde des Emscherlandes noch lebendig. Ein schwarzes Pferd in goldenem Schild, das einen Emscherbrücher symbolisiert, wurde Wappenbild und ist es in Form des 1975 auf die Stadt Herne übertragenen Wappens geblieben.“

Aber wir brauchen nur nach Breitscheid-Ratingen zu gehen: Ein schwarzes Pferd auf gelbem Grund. Nur noch die Zunge ist rot. Ursprünglich war es auch das Geschlechtsteil des Hengstes, was auf das alte Wildpferde-Gestüt verweisen sollte, aber für Irritationen sorgte.

Sich der Pferde, die vor dem Motor mit ihrer biologischen Pferdestärke das Leben des Menschen erleichterten, mit Dankbarkeit und Hochachtung zu erinnern, mag durchaus ein Denkmal wert sein. Allerdings muss man das dann auch unmissverständlich zum Ausdruck bringen.

We-il Päd van hie bös aan dän Rhien,

nicks ees fre-i woule se sien,

merr dä Minsch  heet se chefange,

un dat Tuumtüüch ömchehange.

 

We-i ssäggen en hattlich Dankeswäät

Aan die leewe we-ile Pääd

Se woaren us Hölp in auler Tiid,

Un we-i Minsche vercheeten se nit.

 

Franz Firla, 2019

Kontakt

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr/Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Mülheim an der Ruhr
Barbara Walter
Telefon 0208 - 455 41 05
E-Mail: Barbara.Walter@muelheim-ruhr.de
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