o. T.

Pfeilerreliefs
Dieses Werk ist frei zugänglich.
Künstler: 

Vier Reliefs sind an den Pfeilern des Hauses Sunderplatz Nr. 6 an der dem Platz zugewandten Seite eines Arkadenganges angebracht. Von links nach rechst gelesen, sind verschiedene Arten sowie Bereiche männlicher und weiblicher Arbeit dargestellt. Insgesamt sind die Darstellungen auf den Pfeilerreliefs Ausdruck der nationalsozialistischen Ideologie sowie der damit verbundenen Rollenbilder.

  • 1) ganz links: Frau mit Krügen
    Eine Frau in schlichtem, knöchellangen Gewand steht mit einem Krug in der Hand auf einer Art Podest. Sie steht im Kontrapost. Ihr Füße durchbrechen die ästhetische Grenze und ragen leicht über den Bildrand hervor. Ihr Blick ist zu den zwei neben ihr stehenden Krügen gewandt. Ihr Oberkörper folgt dieser Bilckrichtung. Im Hintergrund überragt eine stilisierte Sonnenblume die weibliche Gestalt. Links neben ihr befindet sich noch eine Tulpe sowie eine andere, nicht näher bestimmbare Blume.
    Die Darstellung kann als eine Allegorie des Haushaltes gelesen werden. Küche, Garten, Vorsorge (Vorräte werden in den Krügen angelegt). Es entspricht dem propagierten Bild der Frau bzw. der ihr gesellschaftlich zugeschriebenen Rolle in den 1930er.
  • 2) (zweites Relief von links): Mann, Blumen gießend
    Ein Mann mit muskulösem nacktem Oberkörper gießt Pflanzen - neben ihm wachsen Fingerhüte und Efeu: Er verrichtet Arbeit im Garten, der jedoch nicht ausschließlich Versorgung sichert, sondern schöne Pflanzen. (Efeu und Fingerhut sind giftig und ungenießbar!) Dieses Relief kann als Fortschreibung bzw. männliches Pendant der Allegorie des Haushaltes gelesen werden: der Beitrag des Mannes bei der Heimarbeit besteht im partiellen Unterstützen der Frau. Seine Statur lässt jedoch darauf schließen, dass seine eigentliche Tätigkeit eine körperlich stärker beanspruchende darstellt.
  • 3) (2. Relief von rechts): Mann mit Sense
    In diesem Relief wird die "Geschichte" der männlichen und weiblichen Rollen weitererzählt: Dargestellt ist ein Mann en face, der eine Sense vor seinem Oberkörper hält. Seine Linke liegt auf der Schneidkante. Er steht vor einem Getreidefeld. Sein Oberkörper ist ebenfalls nackt und muskulös. Sein Blick ernst und dem Betrachter direkt zugewandt. Das Relief kann als eine Allegorie der Feldarbeit gelesen werden. Die Felder, die die Ernährungsgrundlage der Menschen sichern. Zugleich ist es eine Allegorie der männlichen Arbeit, die anstrengend ist und außerhalb des Hauses stattfindet. Zugleich handelt es sich um die Darstellung traditioneller Landarbeit.
  • 4)(ganz rechts): Mann mit Hammer und Junge mit Ziege und Schwein
    Die Geschichte der verschiedenen Arten der Arbeit wird in diesem Relief weitererzählt: Der Mann mit dem Hammer ist ebenfalls muskulös mit nacktem Oberkörper. Den Hammer trägt fast lässig auf seiner linken Schulter. Neben ihm, ein Stück nach vorn gerückt, ein Junge mit einer Ziege und einem Schwein. Alle Figuren gehen von rechts nach links. Formal bilden sie den Abschluss des Reliefensembles.
    Der Mann mit dem Hammer steht symbolisch für die Fabrik- und Industriearbeit, eine neue Form der Arbeit. Er geht in die Fabrik und bringt sein Werkzeug mit. Der Junge kümmer sicht um die "alte" Form der traditionell landwirtschaftlichen Arbeit und kümmert sich um die Tiere.

Die Siedlung Heimaterde wurde von dem Mülheimer Architekten Theodor Suhnel entworfen und in zwei Phasen gebaut: Bauperiode I 1918-1929 und Bauperiode II 1930-1941. In dieser Zeit entstanden über 1000 Wohneinheiten - überwiegend für die Beschäftigen der Firma Krupp und ihre Familien.

Der Sunderplatz entstand im Jahr 1938. Die Dreihäusergruppe (Blatt 603 a), an der die Reliefs angebracht sind, wurden im Jahr 1937 errichtet (siehe Datem auf dem Bauplan 1937).  Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1939 zeigt das vollendete Gebäude sowie den Marktplatz. Eine Entstehungszeit der Reliefs zwischen 1937 und 1939 kann als wahrscheinlich angenommen werden.

Weitere Informationen zur Siedlung Heimaterde: https://www.muelheim-ruhr.de/cms/gestaltungsfibel_heimaterde1.html sowie https://www.muelheim-ruhr.de/baudenkmal/index.php.

Stadtteil: 
Heißen
Standort: 
Arkaden, Sunderplatz 6, 45472 Mülheim an der Ruhr
Jahr: 
1937-39
Material und Technik: 
Steinguss
Höhe: 
1,80 m
Breite: 
1,00 m
Literatur
  • AK: Worin noch niemand war: Heimat, Städtische Museum Mülheim an der Ruhr 1986.

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Kontakt

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr/Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Mülheim an der Ruhr
Barbara Walter
Telefon 0208 - 455 41 05
E-Mail: Barbara.Walter@muelheim-ruhr.de
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