Luisental; Hermann Lickfeld: Bogenschütze (1937)

Titel des Kunstwerks: 
Bogenschütze
Künstler: Hermann Lickfeld
Standort: 
Ruhranlagen
Adresse: 
Luisental
Zugänglichkeit: 
frei zugänglich
Jahr: 
1937
Werkbeschreibung: 

Die Bronzeplastik Der Bogenschütze des Bildhauers Hermann Lickfeld gehört zu den älteren Werken der Kunst im öffentlichen Raum in Mülheim an der Ruhr. Sie entstand im Jahr 1937 und steht heute auf einer Wiese an der Ruhr zwischen Haus Ruhrnatur und der Schleuse. Sie steht etwas abseits zum Weg und fällt zwischen den Bäumen eher zufällig in den Blick.
Die gesamte Plastik steht auf einem schmalen, ca. 10 cm hohen Betonsockel. Das Kunstwerk selbst hat mit der Plinte eine Höhe von 167 cm; es ist 68 cm breit und ca. 108 cm tief.
Beim ersten Hinschauen fallen die eigenartigen Proportionen der männlichen Figur ins Auge: Ein im Verhältnis zum Körper übergroßer Kopf sitzt auf sehr schmalen Schultern und einem sehr schmalen Rumpf. Der Schütze hat ein Bein zum Knien gebeugt; auf das andere stützt er den den Bogen führenden Arm. Es fällt auch sofort auf, dass er nach unten zu blicken scheint oder die Augen geschlossen hat.
Das Kunstwerk steht in keinem Bezug zu der Architektur in der Umgebung, da die nächst gelegenen Wohnhäuser sehr weit entfernt oder durch Bäume verdeckt sind. In direkter Nähe gibt es auch nur Natur und keine Architektur. Es fällt aber auf, dass das Grün der Patina, die sich über Jahre auf der Bronzeplastik gebildet hat, farblich sehr gut mit der sie umgebenden Grüne harmoniert.
Bei der Betrachtung des Kunstwerks fallen als Umgebungsgeräusche der Wind in den Bäumen, aber vor allem die Motorengeräusche der auf der Ruhr vorbeifahrenden Schiffe auf. Man riecht auch immer wieder die Dieselabgase der Schiffsmotoren...
Das erwartbare Publikum dieses Kunstwerks sind Spaziergänger, Sporttreibende wie beispielsweise Jogger oder Radfahrer sowie Erholungssuchende im Allgemeinen.
Offensichtliche Veränderungen und Spuren äußerlicher Einwirkungen sind zum einen die schon erwähnte Patina. Zum anderen blanke Stellen am Unterarm sowie am Penis der Figur, die auf Polieren durch häufige Berührungen hindeuten. Darüber hinaus findet man Spuren von Reparaturarbeiten.
Der ideale Punkt, von dem aus das Kunstwerk betrachtet werden sollte, ist ein gedachter Punkt am Wegesrand zwischen den Bäumen. Durch die leicht schräge Aufstellung kann man die Figur sowohl von der Seite als auch frontal betrachten.
Auch wenn die Figur in Mülheim immer als Bogenschütze bekannt ist, ist das vor Ort doch nicht sofort ersichtlich, denn Pfeil und Bogen fehlen. Bei Betrachtung der Körperhaltung fällt jedoch auf, dass ein bestimmter, vielleicht der alles entscheidende Moment beim Bogenschießen gezeigt ist: Es ist der Moment des Sammelns, der Moment der maximalen Konzentration kurz vor dem Spannen, Zielen und Abschißen des Bogens.
Allgemein fällt neben den ungleichen Proportionen auf, dass Haare, Gesicht, Oberkörper sowie Fuß- und Fingernägel ganz flächig geformt und nicht genauer ausgearbeitet sind. Es lässt sich also eine gewisse Tendenz zu Idealisierung und Abstraktion feststellen.
Der Bildhauer Hermann Lickfeld wurde 1898 in Oberhausen geboren. Den Beruf des Bildhauers hat er nicht sofort ausgeübt, denn er arbeitete ca. 10 Jahre als Dreher bei der der Firma Thyssen. Von 1922 an studierte er an der Essener Folkwang Hochschule; später auch an der Kunstakademie in München. Lickfeld lebte und arbeitet einige Jahre in Mülheim. Weitere Werke des Künstlers befinden sich auf dem Friedhof im Mülheimer Stadtteil Uhlenhorst. In Mülheim-Speldorf befindet sich eine vom Künstler gestaltete Gedenktafel für die Toten der beiden Weltkriege.

Diese Internetseite entstand im Rahmen eines Projektes der Young Art Experts-AG des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr, Text: Hannah Ma., Hannah Mo., Katharina S., Jil S., Johannes H., Mandy H., Stefan H., YAE

Kontakt

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr/Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Mülheim an der Ruhr
Barbara Walter
Telefon 0208 - 455 41 05
E-Mail: Barbara.Walter@muelheim-ruhr.de
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