Schloßstr.; Ernst Rasche: o. T. (Brunnen- und Platzgestaltung) (1974)

Künstler: Ernst Rasche
Adresse: 
Schloßstr.
Standort: 
Schloßstr.
Lage: 
außen
Zugänglichkeit: 
frei zugänglich
Material: 
Granit
Jahr: 
1974

Dieses Kunstwerk stammt von dem Mülheimer Bildhauer Ernst Rasche. Es hat keinen Titel, deswegen wird es häufig einfach nur „Kugel“ genannt. Der Künstler selbst bezeichnet es als „begehbares Relief“. Ein Relief ist eigentlich eine künstlerische Arbeit, die aus einer geraden Fläche, wie beispielsweise einer Wand, plastisch heraus in den Raum drängt. Die Wand des Reliefs ist hier der Boden.

Das gesamte Kunstwerk besteht aus einem Brunnen und der ihn umgebenden Platzgestaltung. Es befindet sich auf der Schloßstraße an der Kreuzung mit der Straße Löhberg. Es befindet sich draußen. Im Jahr 1974 ist es errichtet worden. Das Material hat das Mannesmann Röhrenwerk gestiftet; der Eigentümer des Kunstwerks ist die Stadt Mülheim an der Ruhr.

Das Werk besteht aus drei Teilen: ein Brunnen, eine Gruppe verschieden hoher Säulen, auf denen man teilweise sitzen kann sowie der Kugel. Die drei Hauptbestandteile bestehen alle aus Granit. Insgesamt hat Ernst Rasche ca. 50 Tonnen Granit in dem Kunstwerk verbaut.

Der Brunnen besteht aus teilweise auf Hochglanz poliertem Granit. Aus den Steinen fließt das Wasser.

Die Kugel besteht ebenfalls aus poliertem Granit mit einem Muster, das die Kugel wie einen Äquator umgibt. Das Muster besteht aus runden Formen und erinnert an Blumen.
Die Kugel ist sehr schwer und lagert auf einem der Pfeiler des darunter liegenden Parkhauses. In ihrer Oberfläche spiegeln sich die umliegenden Häuser. Die Kugel strahlt Zeitlosigkeit und Beständigkeit aus – auch wenn die Häuser oder die Umgebung drumherum sich verändern: Die Kugel bleibt gleich und spiegelt immer nur das, was gerade ist.

Die Säulengruppe besteht aus hellerem Granit. Sie haben unterschiedliche Höhen, so dass Menschen verschiedener Körpergrößen sich darauf setzen können. Kinder läd dieses Werk zum Klettern ein.

Der Boden des Kunstwerks, d.h. der gesamten Platzgestaltung, besteht aus Kopfsteinpflaster, das in Wellenformen verlegt wurde. Die Bodenhöhe ist im Gegensatz zum Rest der Straßen unregelmäßig; es bilden sich Hügel. Das Bodenpflaster verbindet die einzelnen Elemente des Kunstwerks zu einem Ganzen.

Die Wirkung des Kunstwerks mit seinen drei Hauptobjekten ist facettenreich: Zuerst merkt der Betrachter vielleicht gar nicht, dass diese drei Objekte zusammengehören. Der Brunnen wirkt auf mich ruhig und friedlich. Das Plätschern des Wassers hat eine beruhigende, entspannende Wirkung. Zugleich wirkt es aber auch dynamisch durch die andauernde Bewegung. Demgegenüber strahlt die Kugel Ruhe aus. Die Säulengruppe wirkt erst einmal sehr abstrakt, wird aber durch kletternde und tobende Kinder zu einem lebendigen Teil des Kunstwerks.

Das Kunstwerk befindet sich mitten in der Mülheimer Fußgängerzone. Es ist von Wohnhäusern umgeben; im Erdgeschoss befinden sich überwiegend Geschäfte. Man hört vorbeifahrende Autos von der nahegelegenen Leineweberstraße. Zudem hört man Menschen, die vorbeigehen, lachen und reden. Erst wenn man ganz genau hinhört, nimmt man das Plätschern des Wassers wahr.

Seit dem Jahr 1974 hat sich das Kunstwerk kaum verändert. Die Säulen sind etwas dreckig geworden und im Brunnen sowie zwischen den Steinen ist etwas Moos zu finden. Verändert wurde das Werk indirekt durch die riesigen Pflanzkübel, die auf der Schloßstraße aufgestellt wurden. Der Künstler stellte fest, dass diese zu nah an seinem Werk standen. Das künstlerische Urheberrecht wurde verletzt. Auch änderte sich die Wirkung des Kunstwerks. Deshalb mussten die Kübel etwas weiter von dem Platz weggestellt werden.

Das gesamte Werk des Künstlers ist begehbar, gut sichtbar und für jeden nutzbar. Es gibt kein ideale Betrachterposition, da das Werk allansichtig ist und sich erst durch Umhergehen bzw. Durchgehen tatsächlich erschließt.

Ernst Rasche wurde 1926 in Mülheim geboren. Er musste im Zweiten Weltkrieg mitkämpfen und wurde schwer verletzt. Für kurze Zeit kam er in russische Kriegsgefangenschaft. Doch er konnte fliehen und wanderte vier Wochen zu Fuß nach Deutschland zurück.
1947 begann er sein Studium der Bildhauere an der Düsseldorfer Kunstakademie. Für seine Werke hat er zahlreiche Auszeichnungen bekommen.

Ein weiteres Werk, das sich gar nicht weit von dem Brunnen entfernt, ist ebenfalls ein Brunnen mit Platzgestaltung, der „Dröppelminna“ genannt wird.

Diese Internetseite entstand im Rahmen eines Projektes der Young Art Experts-AG des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr, Text: Hannah Ma., YAE

Kontakt

Telefon 0208 - 455 41 71, E-Mail: kunstmuseum@muelheim-ruhr.de

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